Raus aus der Rosa-Hellblau-Falle – gender im Kindergarten

diversity medienkoffer: Bild eines Koffers voller Bücher, Bild eines Kindes mit blonden Locken. gender im Kindergarten

Gender im Kindergarten thematisieren mit einem Medienkoffer

Warum Männer eher sterben, Frauen weniger verdienen und was das mit dem Medienkoffer zu tun hat. Die Trennung nach gender im Kindergarten ist längst da, denn sie fängt schon lange vor der Kindergartenzeit an.
Du erfährst, warum es einen gendersensiblen Medienkoffer von klische*esc e.V. und diversity is us für Kindertagesstätten, Kindergärten, Familienzentren, Tageseltern und überhaupt Menschen, die mit Kindern arbeiten, gibt. 

Worauf Wert gelegt wurde bei der Auswahl des Inhalts und warum das Ganze mit der Vielfalt in Büchern und Spielzeugen so wichtig ist. 

Vielfalt, Diversität, verschiedene Lebensweisen: Wie machen wir das medial sichtbar in der KiTa?

Hast Du auch schon gehört: „So sind Jungs eben.“? Oder: „Was für ein hübsches Mädchen du bist!“? Und eigentlich klingt das ganz normal, oder?

Typisch Jungen und typisch Mädchen? 

Wie ist ein Junge angeblich so? Wild? Unordentlich? Gut in Mathematik und Physik? Wir alle kennen diese Aussagen. Ebenso, dass Mädchen angeblich schön malen können, ordentlicher sind, gut tanzen und so weiter. Das führt dann dazu, dass später etwas wie dekorieren als typisch weiblich gilt oder ein richtiger Mann handwerklich begabt und muskulös zu sein hat. Mal so überspitzt formuliert und nur einige Beispiele benennend. Ganz zum Ende hin bedeutet das, dass meistens Frauen mehr Care-Arbeit leisten, weniger Gehalt bekommen und Männer eher sterben. 

Echt jetzt? Männer sterben eher als Frauen wegen der Rosa-Hellblau-Falle und es gibt eine Unterscheidung nach gender im Kindergarten? Ja, ein Faktor ist, dass aufgrund der Sozialisation das sogenannte starke Geschlecht mit Erkrankungen später medizinischen Rat einholt als das sogenannte schwache Geschlecht – manchmal leider zu spät (siehe z.B. Aussagen von Prof. Dr. Hans-Jörg Assion, ärztlicher Direktor der Allgemeinen Psychiatrie in der LWL-Klinik Dortmund). 

Es sieht also wirklich schlecht aus für alle Beteiligten. 

Wir werden schon vor der Geburt aufgrund des Geschlechts unterschiedlich behandelt

Doch wie kommt es überhaupt dazu? Ganz schlicht und sehr vereinfacht gesagt: wir lernen es von frühester Kindheit an.
Glaubst Du nicht? Es ist sogar
schon vor der Geburt so weit, dass wir aufgrund des Geschlechts unterschiedlich behandeln und behandelt werden. So ist die zweitwichtigste Frage bei Bekanntwerden einer Schwangerschaft: “Was wird es denn?”. Damit ist natürlich das Geschlecht gemeint, das meist streng in Jungen oder Mädchen unterteilt wird. Nebenbei bemerkt: die erste Frage ist die nach dem Geburtsdatum.
Daran, ob es eine ‘sie’, ein ‘er’ oder noch ein ‘es’ ist, orientiert sich die Stimmlage, mit der man mit dem Baby im Bauch spricht. So erklärt es Mechthild Neises, Leiterin der Abteilung Psychosomatische Gynäkologie und Geburtshilfe an der Medizinischen Hochschule in Hannover. Nachzulesen im Buch
Die Rosa-Hellblau-Falle.
Schon ab dem Moment der bewussten Schwangerschaft gibt es also eine unterschiedliche Behandlung der Babys im Bauch. Diese ungleiche Behandlung zieht sich über die gesamte Kindheit, ja über das ganze Leben hin so weiter. Und das meist völlig unbewusst oder zumindest gedanklich verdrängt (“ist ja normal so”). Dass das Thema gender im Kindergarten also wichtig ist, oder sein sollte dürfte damit klar sein.

Ist es sinnvoll, dass wir Mädchen und Jungen im Kindergarten unterschiedlich behandeln?

Noch mal kurz angemerkt: ja, es gibt Unterschiede zwischen den “Geschlechtern”, doch sind diese weitaus kleiner und es sind viel weniger als wir gemeinhin glauben. Und das heißt nun in den allermeisten Fällen nicht, dass wir deswegen generell unterschiedlich behandelt werden müssen oder unterschiedlich behandeln sollten.
Vor allem: Wieso sollen wir das bei Kindern tun, denen wir doch gleichzeitig nachsagen, dass sie alles sein und werden können, was sie wollen? Es ist doch völlig unsinnig, Kindern aufgrund des Geschlechts und bei gleichzeitigem geringem Gehalt der Hormone, die die Entwicklung der Geschlechtsorgane steuern, bestimmte Eigenschaften zuzuschreiben.
Dass das Geschlecht teilweise als soziales Konstrukt angesehen wird und wir damit auch tief in die gender-Debatte gehen können, lasse ich an dieser Stelle einfachheitshalber außen vor. Weil ich glaube, dass wir erst einmal ganz praktisch das Thema gender im Kindergarten verbessern können.

Etwas, das meiner Meinung nach gut hilft Kindern Chancengleichheit zu ermöglichen, ist sich die eigenen unbewussten Denkmuster bewusst zu machen und aktiv zu steuern. Das heißt: das eigene Denken aktiv zu hinterfragen, bewusst andere Denkmöglichkeiten anzusehen und den Kindern mehr Vorbilder als die üblichen anzubieten. Eigentlich ganz einfach, oder?

Der Medienkoffer bietet Alternativen für mehr sichtbare Vielfalt und einen sensibleren Umgang mit gender im Kindergarten

Damit du dir zumindest weniger Gedanken um Vorbilder in Büchern zu machen brauchst, gibt es als Start den Medienkoffer von klische*esc.

Denn das, was wir so alltäglich erfahren und unbewusst weitergeben, spiegelt sich auch in den durchschnittlichen Büchern, die wir Kindern anbieten. Zumeist sind die Hauptfiguren männlich, weiß und blauäugig. Außer beim Reiterhof und den Einhörnern – dann dürfen Mädchen und Feen auch mal Hauptfiguren sein. 

Unterschiedliche Herkünfte, Religionszugehörigkeiten, sichtbare Behinderungen, verschiedene Familienkonstellationen – um nur Beispiele zu nennen – findet man mit Glück in den Nebenrollen und oft auch nur wenn man gut sucht. Damit diese Suche nicht mehr so mühselig ist, haben Almut Schnerring und Sascha Verlan den Medienkoffer zusammengestellt. Mehr Infos zum Diversity Medienkoffer findest Du deshalb auch auf der Seite von klische*esc. Bestellen kannst du ihn da auch. 

Fokus auf Toleranz, Solidarität, Zugehörigkeit und Normalität

Neben 10 gendersensiblen Fachbüchern für betreuende und mit Kindern arbeitende Menschen gibt es 30 Vielfalt zeigende Kinderbücher, eine Handpuppe und ein Puzzle, um die Themen Toleranz, Solidarität, Zugehörigkeit und Normalität leicht aufgreifen zu können. Denn der Bereich Diversity & Inclusion wird spätestens mit unserer globalisierten Gesellschaft auch im Kindergartenbereich immer wichtiger. Außerdem gibt es jede Menge Begleitmaterial – Infos aus den langjährigen Erfahrungen, die Sascha Verlan und Almut Schnerring mit dir teilen. Damit das Thema Vielfalt und gender leichter Eingang findet in den pädagogischen Alltag.

Schließlich schreibt das Bundesfamilienministerium zum Gute-KiTa-Gesetz: „Alle Kinder sollen gleiche Chancen haben, um zu entdecken, was in ihnen steckt, und um ihre Talente zu entfalten. Die frühe Förderung von Kindern in der Kinderbetreuung leistet einen wichtigen Beitrag zur Chancengleichheit – und sie soll zu gleichwertigen Lebensverhältnissen beitragen.“ 

Über die Kooperation von klische*esc und diversity is us

Wie diese Kooperation entstanden ist? Eigentlich haben Almut Schnerring und ich bei einem Heißgetränk darüber nachgedacht, ob und wie wir gemeinsam Workshops geben können. Zum Beispiel für größere Gruppen, die sich dann für Schwerpunktthemen in Kleingruppen aufteilen. Almut Schnerring und Sascha Verlan übernehmen dann zum Beispiel den Bereich Geschlechtergerechtigkeit, ich den zu unbewussten Vorurteilen und Rassismus. Im Nebensatz kam dann das Gespräch auf den gerade entstehenden Medienkoffer. Und weil ich ohnehin die meisten der angebotenen Bücher schon im Lager hatte, war schnell klar, dass ich die Logistik dafür übernehme. So einfach ist das.

Wenn Du übrigens ein bestimmtes Buch suchst, es aber nicht online bei mir findest – schreibe mir gerne eine Mail (post@diversity-is-us.de), denn entweder liegt es bereits bei mir im Lager oder ich bestelle es für Dich. Auf jeden Fall bemühe ich mich, dass es zu dir kommen kann.

Wo du den Diversity Medienkoffer und viele weitere nützliche Infos bekommst 

Der Medienkoffer ist ein wunderbares Gesamtpaket aus Büchern, Begleitmaterial, einem Puzzle, einer Handpuppe und natürlich dem Koffer selber. Damit unterstützt Du den Verein klische*esc und auch mein Business, mit dem ich mich für Vielfalt einsetze. Schau doch auf der Website vorbei oder stelle Deine Fragen zum Diversity Medienkoffer direkt an Almut Schnerring und Sascha Verlan: info@wort-und-klang.de, Tel. 0228-71012000.
Wenn dir der Koffer zu viel ist – es gibt auch das kleine Geschwisterkind bei klische*esc, die Büchertasche.

Und wenn du mehr dazu lernen möchtest, wie du gute Kinderbücher findest, schau dir doch mal meinen Blogbeitrag zu Vielfalt in Kinderbüchern mit Fragestellungen dazu an.

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